Nina June kommt nach Hamburg

Im Frühjahr 2022 kommt Nina June aus den Niederlanden im Rahmen ihrer EP Release Tour am 20.01.2022 nach Hamburg, in die Nochtwache. Tickets sind ab sofort unter www.eventim.de und www.tixforggs.de verfügbar. 

Geschärfte Sinne stärken die Kommunikation und Nina June ist selbst für die subtilsten inneren und äußeren Reize empfänglich. Dieses Feingefühl wirkt sich auf ihre Texte aus, welche dann zusätzlich durch ihren gewaltigen Stimmumfang und die musikalische Bandbreite in Szene gesetzt werden. Ähnlich wie bei einem Puzzle setzt die in Amsterdam lebende Sängerin und Songwriterin unverblümte Emotionen mit vielschichtigen Klanglandschaften zusammen. Dabei legt June Wert auf ein organisches Klangbild, das von Streichern, Piano- und Gitarrenklängen getragen wird. Nachdem die Künstlerin bereits knapp 20 Millionen weltweite Streams ansammeln und überschwängliches Lob für ihre bisherigen Veröffentlichungen einheimsen konnte, geht sie auf ihrer neuen EP Side A - Our Garden noch mehr auf.

 

„Ich bin Sängerin, Kreative, ich bin Optimistin und hochsensibel, ich bin super emotional und eine Person, die viel über das Leben, die Liebe und menschliche Beziehungen nachdenkt”, erklärt June. „Ich erlebe alles sehr intensiv, aber kann Situationen aus einer gewissen Distanz betrachten. Meine Sinne funktionieren also auf einem extrem hohen Niveau. In meiner Musik kommen dann der Mensch und die Künstlerin zusammen.”

 

Den ersten Schritt auf ihrer Reise machte Nina bereits mit 17 Jahren als sie das holländische Küstendorf Castricum verließ, um sich an der Rockademy komplett der Musik zu widmen. Nachdem sie jahrelang an ihren musikalischen Fähigkeiten gefeilt hatte, veröffentlichte sie 2018 ihr Independent-Debüt Bon Voyage. Darauf präsentierte sie der Welt erstmals ihren einzigartigen Stil und sang geschmeidige Hymnen über Fernweh. Unter anderem waren auf dem Album die Songs „We Watched It All Come Down” (10,3 Millionen Spotify Streams), „When We Fall” (3,2 Millionen Spotify Streams) und „For Love” (2,6 Millionen Spotify Streams) zu hören. June erhielt den renommierten Zilveren Notekraker-Preis als „Promising New Talent”, spielte ausverkaufte Shows in Nordamerika und Europa und viele ihrer Songs wurden in Filmen und Serien platziert. Im folgenden Jahr unterschrieb sie einen Plattenvertrag bei Nettwerk Music und veröffentlichte die EP Shadows & Riddles.

 

Im Frühjahr 2020 reiste Nina nach London, um gemeinsam mit dem britischen Produzenten Duncan Mills (The Vaccines, Jake Bugg, James Murphy, Florence + The Machine) an neuer Musik zu arbeiten. Zwischen den beiden machte es sofort Klick, doch nach einigen produktiven Sessions war die Holländerin aufgrund der aufkommenden Corona-Pandemie dazu gezwungen, ihre Zelte in England abzubrechen. „Ich musste sofort nach hause oder ich hätte nicht mehr nach Amsterdam zurückreisen können”, sagt Nina. Das hielt die beiden aber nicht davon ab, gemeinsam via Online-Sessions weiterzumachen. 

 

„Ich hatte das Gefühl, mich mit der neuen Musik in jeglicher Hinsicht neu erfinden zu müssen”, gibt June zu. „Als Musikerin und Songwriterin musste ich tiefer eintauchen als je zuvor. Ich habe immer Liebeslieder geschrieben, aber zu dem Zeitpunkt als ich dieses Mal mit dem Schreiben anfing, habe ich viele Dokumentationen angesehen und Artikel über unseren Planeten gelesen. Das hat mich sehr beunruhigt und ich dachte mir, dass ich darüber schreiben möchte, weil es so wichtig ist. Manche der Lieder handeln davon, wie wir – als Spezies – mit anderen Lebewesen und der Natur umgehen. Es fühlte sich so an als wäre es an der Zeit, meine Stimme zu erheben. Es gab keinen Weg zurück.”

 

Neben diesen gesamtgesellschaftlichen Problemen und Veränderungen um sie herum fand Nina in Podcasts eine willkommene Ablenkung, die sich zu einer weiteren Inspiration entwickelte. Während der Quarantäne-Zeit schnappte sie oft draußen etwas Luft bei einem Spaziergang und hörte dabei dramatische holländische Podcasts. Sie erklärt: „Dabei fielen mir diese unscheinbaren Geräusche auf, die das Narrativ verstärkten. Das Sounddesign zieht einen in die Geschichte hinein. Also habe ich diese Technik auch bei meinen Produktionen angewendet, um alle in meine Welt hineinzuziehen.”

 

June entdeckte ein altes Landhaus aus dem 17. Jahrhundert, das ihr dabei half, ihre Welt zu veranschaulichen. „Von außen sah es fantastisch aus, aber von innen sehr heruntergekommen”, sagt sie. Dieser Ort wurde zur konstanten Inspirationsquelle und diente als Location für Fotoshoots und Videodrehs. Nina erklärt: „Es wurde zu einer Metapher für den Zustand, in dem wir uns momentan befinden. Auf einer persönlichen Ebene steht es symbolisch dafür, was passiert, wenn man sich nicht gut um sich selbst kümmert und sich mit Dingen beschäftigt, die einen auf Dauer krank machen. Ich habe versucht eine Hülle von äußerer Schönheit zu schaffen und gleichzeitig den Schmerz und die Trauer, die im Inneren schlummern, durchscheinen zu lassen.”

 

Die erste Single „Rainbow Ashes” zeigt diese zwei Seiten der Medaille. Die atmosphärischen Sounds, die sich unter anderem aus einem Regenmacher, einem echten Herzschlag und einem Streicher-Crescendo zusammensetzen, wurden von der gefeierten Komponistin Sally Herbert (Radiohead, Björk) arrangiert und passen perfekt zur emotionalen Stimmung. Inhaltlich beschäftigt sich Nina June auf dem Song mit der Vergänglichkeit des Glücks und sinnbildlich dafür entstand das Musikvideo natürlich in dem oben angesprochenen Landhaus. Passend zum Thema trägt die Künstlerin im Video nur Vintage- und Secondhand-Kleidung, die von einer Designerin für nachhaltige Mode zusammengestellt wurde.

 

„Du wartest eine Ewigkeit darauf, dass jemand, den du liebst zurückkehrt“, erklärt Nina. „Es geht um den Schmerz, den man verspürt, wenn etwas Schönes vor den eigenen Augen verschwindet. Diese Liebe hat lange angehalten und ist dann irgendwie zerbrochen. Letztendlich gibt man sich dann selbst die Schuld, weil man nicht immer alles richtig gemacht hat. Man wollte nie, dass es endet, aber es ist passiert.“

Auf der Folge-Single „Like An Enemy” schwebt ihre Stimme über einen satten Backbeat. „Dieser Song ist eine Möglichkeit, rückblickend für mich selbst als starke Frau einzustehen, für all die Male, in denen ich es nicht getan habe, als ich es hätte tun sollen”, erklärt Nina. „Es geht um die Kraft, meine Wahrheit als Frau zu äußern, auf eine ruhige und geradlinige Art. Und mich selbst daran zu erinnern, sowohl meine Stärken als auch meine Schwächen zu akzeptieren.“

„World On Fire” wiederum zieht einen mit leisen Hintergrundgesprächen sofort in den Bann, bevor dann Verzerrungseffekte die Weltuntergangsstimmung einläuten. Die verträumte Piano-Melodie auf „Trust Fall” ist die Basis für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Status Quo unseres Planeten. Die Künstlerin sagt: „Ein Liebeslied für die Beziehung von Mutter Erde und den Menschen – wie diese Beziehung harmonisch begann und wir sie letztlich haben verkommen lassen – doch es ist noch nicht zu spät.”

 

Der Titelsong „Our Garden” beschwingt mit einem organischen Drumbeat und akustischem Gitarrenspiel. June erklärt: „Schwierige Zeiten können die Liebe bestärken und Krisen bereiten oft den perfekten Nährboden für Wachstum. Als ich den Song geschrieben habe, steckten wir alle zuhause fest und ich habe mit vielen FreundInnen gesprochen, die sich einsam fühlten. Viel Negatives wurde noch schlimmer, aber es konnte auch positive Effekte haben: Wenn eine Beziehung stabil war, konnte sie daran wachsen. ‚Our Garden‘ begleitet ein Paar, das den Regen durch ein Fenster beobachten und sieht, wie alles im Garten keimt und wächst.”

 

Ähnlich wie die Pflanzen in dieser Metapher hört auch Nina June nicht auf, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Abschließend sagt sie: „Ich mag es, wenn man Musik hören kann und dabei sowohl etwas träumen als auch etwas lernen kann. Ich musste über all diese Themen sprechen und alle Songs haben eine Message. Ich hoffe die ZuhörerInnen werden dazu inspiriert, etwas zu ändern.”